Klassische Homöopathie hat seit ihren Anfängen immer auch die seelische Dimension körperlicher Beschwerden im Blick gehabt. Umgekehrt wusste die Klassische Homöopathie auch stets, dass ungelöste seelische Konflikte sich in körperlichen Beschwerden ausdrücken können.

Viele Patienten kommen mit dezidiert seelischen Beschwerden. Sie leiden an Burn out, Depressionen, Angstzuständen und Panikattacken, Schlafstörungen, fühlen sich unsicher oder nervös und reizbar, leiden an Schuldgefühlen oder Versagensängsten, haben Ess-Störungen oder ähnliches. Vielleicht ist die Lebenssituation schwierig, die Arbeit unbefriedigend, die Partnerschaft angespannt, vielleicht steht eine Entscheidung oder Veränderung an, der sie sich nicht gewachsen fühlen. Oft gibt es ein bestimmtes Verhaltensmuster, ein Konfliktschema, das sich im Leben des Patienten immer wiederfinden lässt.

Aber auch viele körperliche Beschwerden, die auf dem Entgleiten von funktionellen Regelkreisläufen beruhen wie Hormonstörungen, Verdauungsprobleme, Immunschwäche, Hauterkrankungen, Rückenbeschwerden, Kopfschmerzen usw., KÖNNEN (müssen nicht!) in seelischen Konflikten wurzeln.

Klassisch homöopathische Behandlung heißt da immer: Genau zuhören, Zusammenhänge erkennen und in der Behandlung bei der Wahl der homöopathischen Mittel berücksichtigen.

Dazu muss Klassische Homöopathie in jeder Behandlung alle relevanten Aspekte der körperlichen wie der geistig-seelischen Ebenen in den Blick nehmen. Dem dienen eine ausführliche, i.d.R. mindestens zweistündige Bestandsaufnahme (= ‚Erstanamnese‘) sowie – soweit nötig – die in der Regel weniger langen Folgeanamnesen. Die Behandlungsdauer hängt u.a. von der Dauer und Schwere der Erkrankung ab und schwankt zwischen ein- bis zweimaliger Behandlung akuter Beschwerden und längerer homöopathischer Begleitung im Fall langandauernder, chronischer und tiefgreifender Prozesse.